Mhmmm...als theoretische Idee ganz gut, allerdings habe ich einige Bedenken, was zu viel direkte Demokratie angeht. Die Piratenpartei hat ja bereits mit unterschiedlichen Online-Tools wie z.B. Liquid Feedback versucht, genau dies zu tun: Jeder kann seine Meinung zu Themen einbringen oder Stimmen delegieren – und daraus aggregiert sich dann die Partei-Position zu einem Thema. Was ist aber mit den Menschen, die weder die mediale Kompetenz besitzen noch sich finanziell Smarphones oder Computer leisten könnten? Sind sie vom Diskurs bzw. den Abstimmungen ausgeschlossen? Wer hat außerdem die Zeit, so viele Diskurse zu verfolgen? Betrachtet man z.B. die Schweiz, kann man dort beobachten, dass viele Bürger ziemlich genervt und auch überfordert sind von zu viel direkter Demokratie...nicht zu bewältigen, sich inhaltlich sinnvoll in so viele Themen einzuarbeiten und eine qualifizierte Meinung zu entwickeln.

Wenn sich die Arbeitswelt allerdings weiterhin so wandelt und wir vielleicht irgendwann bei einer 4-Tage-Woche angekommen sind, könnte man überlegen, eine Politik-Beteiligungspflicht für Bürger einzuführen, das wäre doch was...1-2 Stunden pro Woche o.Ä....aber mal im Ernst, Online-Diskussionen im Kontext politischer Meinungsbildung finde ich relevant, Online-Votes aber, die das Parlament gänzlich ersetzen, halte ich für sehr gefährlich. Aber zwischen diesen beiden Polen (Status jetzt & Stauts komplett direktdemokratisch) gibt es einen großen Graubereich, den es zu bearbeiten gilt: eine Stärkung der Europäischen Bürgerinitiative wäre z.B: ein erster Schritt. Oder transnationale Wahlkreise - ebenso eine sehr gute Idee.