Danke, Alexander Wragge, für Deinen Beitrag. Auf der Ebene der Kommunikation, der digitalen Vernetzung gilt er sicher, was die junge Generation in Europa angeht.

Dein Beitrag entspricht m.E. der Europa-Hymne, der das Gedicht von F.von Schiller "An die Freude" und der die Vertonung durch L.van Beethoven zugrunde liegt. Du meinst, sie entspricht schon dem Lebensgefühl der jungen europäischen Generation?

M.E. ist sie doch eher noch eine Vision. Rauschhaft, idealistisch. Ein schönes Fernziel. Realismus in der Gegenwart, kleine Schritte, können, denke ich, verhindern, dass dieses Fernziel kippt und in sein Gegenteil verkehrt wird.

Will damit sagen, der Mensch ist nicht nur gut. Homo homini lupus est. Es gibt den Egoismus des Einzelnen, von Familien, von Berufsgruppen und nationale Egoismen. Es gibt das Leben der Einen auf Kosten der Andern. Es gibt die Ausbeutung und das Streben nach Herrschaft und Unterdrückung.

Gebändigt wird der Egoismus durch Gesetze. Den größtmöglichen Rahmen dafür gibt m.E. die Nation ab.

Ich leide, ehrlich gesagt, auch gar nicht so unter den nationalen Grenzen in Europa wie Du. (Allerdings darf das Schengen-Abkommen und die gemeinsame Währung nicht rückgängig gemacht werden!). Die Vielfalt in der Einheit ist für mich attraktiver, prickelnder, sich gegenseitig befruchtender, zur Kreativität reizender als ein Europa ohne nationale Eigenheiten sprich: ohne jegliche nationale Identitäten. Leben nicht auch internationale Freundschaften von der Verschiedenheit der Freunde und machen sie dadurch so anziehend? "Treffen sich ein Franzose, ein Brite, ein Grieche und ein Deutscher"...ja, das ist spannend. Wenn sie sich nicht mehr als Franzose, Brite, Grieche und Deutscher treffen, ist es langweilig.

Das ist ein Votum für die EU. Möglicherweise auch für die Abgabe weiterer, bisher nationaler Souveränitätsbereiche an die EU, aber nicht für das Aufgehen in einem einheitlichen, nicht mehr bunten Europa. Wenn man verschiedene Farben zusammen mischt, ergibt das Grau.