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    economics101 · angelegt
     

    Hallo Doro,

    einige Punkte zu deinem Einwurf:

    1) Die Sozialversicherung wird zum größten Teil nicht aus allgemeinen Steuern sondern durch Beiträge der Arbeitgeber und -nehmer finanziert. Bei Herrn Hoeneß ging es um Kapitalerträge.

    2) Die Idee, dass ein jeder Mensch sein Einkommen und Vermögen "verdient" (was auch immer das heißen soll) hat, steht auf wackligen Füßen. Sobald man konzediert, dass es hier ein Zufallsmoment gibt und die Höhe der Einkommen nicht direkt mit dem sozialen Nutzen der Aktivitäten einer Person korreliert, sieht die Welt schon anders aus.

    3) Ich denke über derlei Dinge gerne im Rahmen des Rawls'schen "veil of ignorance" vor. Praktisch gedacht heißt das: Stell dir vor, du bist noch nicht geboren. Jetzt legt man dir unterschiedliche Einkommensverteilungen (oder Vermögens-) vor unter denen du wählen sollst, OHNE dass du weißt, in welchem Teil der Verteilung du landest. Überlege, was das hieße.

    4) Die Behauptung, der Großteil der Arbeitslosen sei schlicht faul, steht nicht wirklich auf festen Füßen. Mir sind keine Daten zu diesem Thema bekannt.

    5) Es gibt auch eine pragmatische Sicht der Dinge: Wenn die Einkommensungleichheit zu groß wird, kann es gut passieren, dass die Vermögenden sich hinter Zäunen usw. verschanzen müssen. Das kennen wir aus einigen Teilen der Welt. Ob man eine solche Welt bevorzugt kann jeder für sich selbst entscheiden.

    Nachtrag aus dem Geschäftsbericht der Bundesagentur für Arbeit:

    "Im Haushaltsplan 2013, der auf den ökonomischen Eckwerten der Bundes

    regierung vom Oktober 2012 basiert, wurde noch von einem negativen Jahresabschluss in Höhe von 1,14 Milliarden Euro ausgegangen. Das finanzielle Defizit wurde aus der Rücklage der BA ausgeglichen, sodass kein Bundesdarlehen aufgenommen werden musste."

    Man beachte: Bundesdarlehen, keine Zuschüsse, wenn auch zinsfrei.

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    economics101 · angelegt
     

    Hallo Doro,

    einige Punkte zu deinem Einwurf:

    1) Die Sozialversicherung wird zum größten Teil nicht aus allgemeinen Steuern sondern durch Beiträge der Arbeitgeber und -nehmer finanziert. Bei Herrn Hoeneß ging es um Kapitalerträge.

    2) Die Idee, dass ein jeder Mensch sein Einkommen und Vermögen "verdient" (was auch immer das heißen soll) hat, steht auf wackligen Füßen. Sobald man konzediert, dass es hier ein Zufallsmoment gibt und die Höhe der Einkommen nicht direkt mit dem sozialen Nutzen der Aktivitäten einer Person korreliert, sieht die Welt schon anders aus.

    3) Ich denke über derlei Dinge gerne im Rahmen des Rawls'schen "veil of ignorance" vor. Praktisch gedacht heißt das: Stell dir vor, du bist noch nicht geboren. Jetzt legt man dir unterschiedliche Einkommensverteilungen (oder Vermögens-) vor unter denen du wählen sollst, OHNE dass du weißt, in welchem Teil der Verteilung du landest. Überlege, was das hieße.

    4) Die Behauptung, der Großteil der Arbeitslosen sei schlicht faul, steht nicht wirklich auf festen Füßen. Mir sind keine Daten zu diesem Thema bekannt.

    5) Es gibt auch eine pragmatische Sicht der Dinge: Wenn die Einkommensungleichheit zu groß wird, kann es gut passieren, dass die Vermögenden sich hinter Zäunen usw. verschanzen müssen. Das kennen wir aus einigen Teilen der Welt. Ob man eine solche Welt bevorzugt kann jeder für sich selbst entscheiden.